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Ladekabel für E-Autos – eine Welt für sich

E-Autos müssen regelmäßig an die Stromleine. Damit das mit dem Laden der E-Auto-Akkus auch klappt, müssen sämtliche E-Komponenten aufeinander abgestimmt sein – das gilt auch für das Ladekabel.

 

Ladekabel für E-Autos sind eine Welt für sich. Foto: Danner

Ladekabel für E-Autos sind eine Welt für sich. Foto: Danner

Ladekabel mit Typ-2- oder mit 230-V-Schukostecker? Mode-2- oder Mode-3-Ladekabel? Wer sich ein E-Auto anschaffen will und sich mit dem Thema Elektromobilität beschäftigt, hält spätestens beim Thema Ladekabel inne und überlegt, welches Ladekabel denn nun das richtige ist? Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass die Lade-Performance des E-Autos nicht nur von der verbauten Batterie und deren Akkukapazität abhängig ist, son-dern in hohem Maße auch von der Ladeleistung des Fahrzeugs, vom bereitgestellten Ladestrom und eben vom Ladekabel. Wir ordnen das Ladekabel-Gewirr ist in Sachen E-Auto ein wenig mit unserem kleinen …

… 1x1 für Ladekabel  
Eben war bereits von Mode-2- und Mode-3-Ladekabeln die Rede. Was unterscheidet sie? Das Mode-2-Ladekabel macht die herkömmliche Steckdose oder die Drehstromdose in der Garage zur Ladestation. Die häufigste Variante: an einem Ende des Ladekabels befindet sich ein Schuko-Stecker für die Steckdose, am anderen Ende der passenden Stecker zum Ladestutzen am E-Auto – dazwischen eine Kontrollbox, die die Kommunikation übernimmt. Schneller und auch sicherer geht das Laden mit einem Mode-3-Ladekabel mit speziellen Ladresteckern an beiden Enden. Das lässt sich entweder an die heimische Wallbox oder an eine öffentliche Ladesäule anschließen. Während an der Wallbox Ladeleistungen von 11 oder 22 kW möglich sind (Achtung: sollen es 22 kW sein, muss der Stromversorger sein ok geben), liefern öffentliche Ladesäulen maximal 43 kW.
Je nach montiertem Steckertyp sind auch höhere Ladeleistungen möglich:
Typ 1 – erlaubt Ladeleistungen bis maximal 7,6 kW (einphasig). Standard bei Fahrzeugen aus dem asiatischen Raum, bei europäischen Herstellern wenig verbreitet – entsprechend selten sind Ladesäulen für Typ-1-Ladekabel.
Typ 2 – in Europa am weitesten verbreitet. Erlaubt Ladeleistungen bis 22 kW (private Ladestationen) oder bis 43 kW (öffentliche Ladestationen) – jeweils dreiphasig. Daran kann jedes Mode 3-Ladekabel angeschlossen werden.
Combo-Stecker – Ergänzt Typ-2-Stecker und macht das System so zum Schnelllader mit einer Ladeleistung von bis zu 270 kW. An den meisten Lade-säulen sind aber meist nur 50 kW verfügbar
CHAdeMO-Stecker – auch CCS-Stecker genannt. Schnellladesystem aus Japan mit einer Ladeleistung von bis zu 100 kW. Auch hier sind an öffentlichen Ladesäulen meist nur 50 kW verfügbar.   
Tesla Supercharger – Sieht aus wie ein Typ-2-Stecker, kann aber eine Ladeleistung von bis zu 120 kW verarbeiten. Supercharger-Ladekabel eignen sich ausschließlich zum Aufladen von Tesla-Modellen.

Nach diesem kleinen 1x1 für Ladekabel wissen wir, welche Kabel- und Steckertypen es zum Aufladen von E-Autos gibt. Antworten auf wichtige Fragen rund um Ladekabel liefert unser …

…kleines FAQ zum Thema Ladekabel
AC/DC?
E-Autos können mit Wechselstrom (AC) oder mit Gleichstrom (DC) geladen werden. Das Stromnetz liefert AC, der beim Laden in DC umgewandelt werden muss. Beim AC-Laden übernimmt das der im E-Auto verbaute Gleichrichter. Beim DC-Laden erfolgt die Gleich-richtung in der Ladestation. So sind höhere Ladeleistungen und damit ein schnelleres Laden möglich. Während sich bei Typ-2-Steckern das AC-Laden als Standard durchgesetzt hat, kommen Ladekabel mit Combo- CHAdeMO- und Supercharger-Steckern beim Laden mit Gleichstrom zum Einsatz, wobei die Combo-Variante AC und DC kann.

Wie lang darf ein Ladekabel sein?
Ein Mode-3-Ladekabel für das dreiphasige Laden kann ganz schön unhandlich und sperrig sein. Faustregel: Das Kabel sollte mindesten so lang sein, wie das Fahrzeug breit und lang ist. So ist sichergestellt, dass das Kabel auch von der heimischen Wallbox oder dem Stecker zur Ladebuchse am Auto reicht.

Müssen Ladekabel robust sein?
Ladekabel müssen so einiges in ihrem Lade-Alltag ertragen. Das Überfahren des Kabels gehört da noch zu den geringeren Belastungen. Auch der Stecker muss es aushalten, wenn er in der heimischen Garage einmal unter die Räder kommt. Deshalb: Robust ist muss! Auch deshalb haben Ladekabel ihren Preis. Besonders bei Billigangeboten sollte man das im Hinterkopf haben.

Ladekabel einzeln kaufen?
Daran führt meist kein Weg vorbei, denn nicht immer liefert der Hersteller das Ladekabel, dass man benötigt. Die einen packen ein Mode-2-Ladekabel zum Laden an der Haussteckdose in das Neufahrzeug, die anderen ein Mode-3-Ladekabel, mit dem man das Fahrzeug nur an der Wallbox oder an einer Ladesäule laden kann. Und wer sich in seiner Garage eine Wallbox installieren lässt, sollte einen Blick auf den Lieferumfang werfen, denn nicht alle Wallbox-Hersteller liefern ihre Geräte mit einem Ladekabel aus. Der Preis eines Ladekabels liegt je nach Konfiguration (Mode-Version, Stecker-Typ, Länge) zwischen zwei und mehreren hundert Euro.

Fazit
Wer auf Touren mit seinem E-Auto auf Nummer sicher gehen will, hat immer ein Mode-3-Ladekabel mit einem Typ-2-Stecker für die Ladesäulenseite im Kofferraum liegen – so etwa 7 Meter lang. Damit ist die Chance am größten, unterwegs eine passende Ladesäule zu finden, über die man seinen Stromer mit überschaubarer Wartezeit laden kann. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Ladesäule frei und nicht außer Betrieb ist. Das steht aber auf einem anderen Blatt und ist einen eigenen Beitrag wert.